12-06-2015

Ferreros dritter Palmöl-Fortschrittsbericht – Juni 2015

Wir freuen uns, achtzehn Monate nach der Veröffentlichung der Ferrero Palmöl-Charta das dritte Update über unsere Aktivitäten zur Umsetzung der Charta vorstellen zu können. Darunter fällt auch der Start des Rurality-Projektes, mit dem Kleinbauern innerhalb von Ferreros Palmöllieferkette unterstützt werden sollen.

Unser Weg zur verantwortungsvollen Palmölbeschaffung
Wir arbeiten seit 2005 an einer verantwortungsvollen Palmölversorgung. Unser erstes strategisches Ziel war es damals, in segregiertes, RSPO-zertifiziertes Palmöl zu investieren. Mittlerweile haben wir einen Anteil von 100 % RSPO-zertifiziertem segregiertem Palmöl erreicht, doch unsere Anstrengungen sind damit noch nicht beendet. Unser Engagement geht über das Zertifizierungsprogramm hinaus. Dies belegt unsere eigene Palmöl-Charta, die im November 2013 veröffentlicht wurde. Außerdem wurden wir Mitglied von TFT, einer weltweit tätigen Non-Profit-Organisation, deren Teams in aller Welt daran arbeiten, die Lieferketten zum Wohle von Mensch und Natur zu verändern. TFT unterstützt uns bei der Umsetzung unserer freiwillig auferlegten Verpflichtungen. Ziel dieser Verpflichtungen ist es, eine vollständige Rückverfolgbarkeit der FFB (Fresh Fruit Bunch) bis zu den Erzeugern sicherzustellen, von denen wir diese beziehen. Indem wir die Plantagen besuchen und Farmer im Hinblick auf die Einhaltung unserer Charta beraten, falls erforderlich.

Dies ist der dritte Fortschrittsbericht seit der Veröffentlichung unserer Palmöl-Charta. Er berichtet über durchgeführte Maßnahmen, erreichte Fortschritte und erzielte Ergebnisse seit Veröffentlichung des vorherigen Fortschrittsberichts.


Rückverfolgbarkeit bis zur Plantage

Zusätzlich zu einer vollständig RSPO-zertifizierten segregierten Lieferkette, haben wir auch für 98 % der von uns gekauften Menge an Rohpalmöl (Crude Palm Oil - CPO) eine Rückverfolgbarkeit bis zur Plantage erreicht. Das heißt, dass wir über Daten zu den Plantagen verfügen, von denen die FFB (Fresh Fruit Bunch) stammen, aus denen das Palmöl gewonnen wird.

Unseren Verpflichtungen liegt der Wunsch zugrunde, direkt mit unseren Palmöllieferanten in Kontakt zu stehen und eine kurze Lieferkette aufzubauen. Wir möchten nahe an den Erzeugern sein, um so die Lieferkette besser zu verstehen und mehr über die Herkunft des von uns gekauften Palmöls zu wissen. Die aktuellen Aufzeichnungen zeigen, dass die Palmöllieferkette zu 100 % segregiert ist. Es stammt von 59 Mühlen und 249 Plantagen auf der malaysischen Halbinsel (74 % der Gesamtmenge), in Papua-Neuguinea (17,4 %), auf den malaysischen Inseln (3,8 %), in Indonesien (1,7 %), in Brasilien (1,0 %) und auf den Salomoninseln (0,1 %). 5,15 % des von uns gekauften Palmöls stammt von etwa 27.510 Kleinbetrieben und Kleinbauern.

Verbesserung der Lieferantenpraktiken: Ergebnis der Vorortbesuche

Im vergangenen Jahr besuchten wir eine Auswahl unserer wichtigsten Lieferanten, von denen wir 74 % unseres Palmöls kaufen, vor Ort. Ergebnis dieser Besuche war die Vereinbarung eines fristgebundenen Aktionsplans mit jedem einzelnen Erzeuger. Seit November 2014 arbeiten wir eng mit TFT und unseren Lieferanten an der Beseitigung der im Rahmen der Vorortbesuche festgestellten Lücken bei der Umsetzung der Charta. Die meisten kurzfristigen Maßnahmen wurden bereits durchgeführt und eine Lösung der festgestellten Probleme eingeleitet (Bedingungen für die Arbeiter, Update der Gruppenrichtlinien, Verpflichtung zur Vermeidung von Abholzung und Ausbeutung). Für einige der Maßnahmen ist jedoch eine weitere Zusammenarbeit mit den Erzeugern erforderlich, um die Verbesserung der Praktiken zu fördern.

Auf dem Weg zu einer Einbindung von Kleinbetrieben in unsere Lieferkette

Einer der Pfeiler unserer Palmöl-Charta ist die Einbindung von Kleinbetrieben in unsere Lieferketten. Wie in den vorhergehenden Berichten mitgeteilt, haben die Vorortbesuche gezeigt, dass einige der Praktiken in den Kleinbetrieben noch verbessert und dokumentiert werden müssen. Daher ist weiteres Engagement bei den Kleinbetrieben erforderlich, um diese dabei zu unterstützen, die angewandten Praktiken und ihre Lebensbedingungen zu verbessern.

Wir werden dies aktiv unterstützen und haben beschlossen, mit dem Rurality-Projekt zusammenzuarbeiten, einer Initiative von TFT, mit der Kleinbauern mehr Autonomie erhalten und Farmkooperativen gestärkt werden. Gemeinsam mit unseren Lieferanten analysieren wir zunächst die Abläufe in den Kleinbetrieben in einem ausgewählten Teil unserer Lieferkette, um zu verstehen, wie Entscheidungen in den Kleinbetrieben getroffen werden und wie sie sich die Zukunft für sich und ihre Gemeinschaft vorstellen. Auf Grundlage der in der Analyse gewonnenen Informationen können wir die Unterstützung für die Kleinbauern anpassen und so an Veränderungen arbeiten, um ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Wir werden mit den Bauern, die sich an dieser Initiative beteiligen möchten, Pilotprojekte zur Umsetzung durchführen.

Nächste Schritte

Wir erzielen erhebliche Fortschritte bei der Umsetzung der Charta mit unseren bekannteren Lieferanten. Wir werden uns nun dafür einsetzen, das selbe Verfahren auch bei unseren weiteren Lieferanten, die kleinere Mengen liefern, anzuwenden, um sicherzustellen, dass für das Palmöl in Ferrero-Produkten ‚Keine Abholzung, kein Torf, keine Ausbeutung‘ gilt. Gleichzeitig führen wir unser Engagement bei den großen Lieferanten fort, um den nach den Vorortbesuchen vereinbarten Aktionsplan umzusetzen.

Außerdem testen wir mehrere Möglichkeiten, wie wir die Umsetzung unserer Charta in unserer gesamten Lieferkette überprüfen können. Hauptziel ist es dabei, die Stabilität und korrekte Umsetzung der Charta zu überprüfen und aufzuzeigen, ohne die Lieferanten dabei mit zusätzlichem regelmäßigem Bürokratieaufwand zu belasten.

Zusätzliche Informationen:

Besuchen Sie auch: http://www.tft-earth.org/

FAQ

1. Warum hat Ferrero die Palmöl Charta erstellt?
Wir glauben, dass Ferrero als Vorreiter für einen Umbau des Palmölsektors zu mehr Nachhaltigkeit eine bedeutende Rolle einnimmt, zum Wohle der Umwelt und der Gemeinschaften, die in den palmölanbauenden Ländern leben und arbeiten.
Daher haben wir beschlossen, unsere eigene, verantwortungsvolle Palmöl-Charta zu erstellen, die die Werte aufzeigt, die für uns und unsere Produkte wichtig sind.
Wir wollen die führenden Ursachen der Abholzung aktiv angehen und ein Gleichgewicht schaffen zwischen dem Schutz der Umwelt, den Bedürfnissen der Gemeinschaften sowie wirtschaftlichem Nutzen und wirtschaftlicher Machbarkeit.
Wir sind seit 2005 Mitglied des Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO). RSPO bietet zwar seit 2004 einen Standard, mit dem einige Fortschritte bei der Nachhaltigkeit von Palmöl erzielt wurden, die Themen Abholzung, Beeinträchtigung der Torfböden und Ausbeutung von Arbeitern werden jedoch nicht umfassend behandelt. Bei der letzten Überarbeitung der RSPO-Prinzipien und -Kriterien im Jahr 2013 wurden die Anforderungen nicht erhöht und es ist somit nicht gewährleistet, dass RSPO-zertifiziertes Palmöl unseren Werten gerecht wird.
Unser Ziel ist es, für unsere Verbraucher sicherzustellen, dass das von uns verwendete Palmöl unserer Verpflichtung ‚Keine Abholzung, kein Torf, keine Ausbeutung‘ entspricht.

2. Warum ist Rückverfolgbarkeit wichtig?
Bei RSPO-zertifiziertem segregiertem Palmöl ist garantiert, dass das Öl von einer Ölpalmplantage stammt, die nach den RSPO-Prinzipien und -Kriterien zertifiziert ist, und dass es bei der Verarbeitung nicht mit Öl von nicht-zertifizierten Plantage vermischt wird.
Bei dieser Art der Zertifizierung ist es jedoch nicht möglich, den Standort der Plantage zu bestimmen.
Daher haben wir gemeinsam mit unseren Lieferanten daran gearbeitet, zu erfahren, von welchen Mühlen und Plantagen das Öl stammt.
Wenn wir wissen, wo sich die Plantage, von der wir kaufen, befindet, können wir potentielle Verstöße gegen unsere Palmöl-Charta überwachen.

3. Wie arbeitet Ferrero mit seinen Lieferanten an der Umsetzung seiner Palmöl Charta?
Durch unsere Kooperation mit TFT haben wir Kontakt zu unseren wichtigsten Lieferanten aufgenommen und die Sichtbarkeit für die Palmölerzeuger erhöht. Wir haben eine Auswahl der Plantagen besucht, um Abweichungen zwischen den dortigen Richtlinien, Vorgehensweisen und Praktiken und den Anforderungen unserer Charta aufzudecken, und dann mit jedem Erzeuger einen fristgebundenen Aktionsplan vereinbart.
Diese Aktionspläne werden nun angewandt und ihre korrekte Umsetzung wird überwacht.

4. Palmöl: wichtige Daten
  • Palmöl und Palmkernöl haben einen Anteil von 32% an der weltweiten Pflanzenölproduktion.
  • Jährlich werden 55 Millionen Tonnen Palmöl produziert.
  • Pro Hektar Ölpalmen können im Durchschnitt 3,7 Tonnen Öl pro Jahr erzeugt werden.
  • Eine Ölpalme produziert jährlich 50 Kilogramm Palmöl.
  • Eine Ölpalme ist etwa 25 Jahre produktiv.
  • Indonesien und Malaysia liefern etwa 85 % des weltweit verwendeten Palmöls (davon 51% Indonesien und 34% Malaysia).
  • In Indonesien und Malaysia zusammen verdienen etwa 4,5 Millionen Menschen mit Palmöl ihren Lebensunterhalt.
  • In Indonesien stammen 45% der Palmölproduktion von Kleinbauern, in Malaysia liegt dieser Anteil bei 35%.
  • Palmöl wird seit 10.000 Jahren für die menschliche Ernährung verwendet.

5. Warum verwendet Ferrero Palmöl?
Aus drei Gründen wird Palmöl zusammen mit anderen sorgfältig ausgesuchten Zutaten in einer Reihe von Ferrero-Produkten verwendet:
  • Die Beimischung von Palmöl erfolgt je nach Rezeptur in unterschiedlichen Mengen. Denn einige Rezepturen erfordern eine cremigere Textur, andere eine knusprigere und manche auch beides. Dabei muss nicht auf Fetthärtungsprozesse zurückgegriffen werden, bei denen Transfettsäuren entstehen, die von Behörden und Wissenschaftlern als gesundheitsschädigend angesehen werden.
  • Palmöl trägt zum Gleichgewicht der Zutaten (wie Haselnüsse, Mandeln) bei und hebt ihren Geschmack hervor, da es geruchs- und geschmacksneutral ist.
  • Es unterstützt den Erhalt des einzigartigen Geschmacks jedes Ferrero-Produkts über einen langen Zeitraum, da Palmöl im Vergleich zu anderen pflanzlichen Ölen oxidationsstabiler ist.